Was bedeutet für dich Freiheit?

Monique, 27 Jahre
Ärztin aus dem Kongo

It is your right to pronounce your decisions, thoughts, choices without beeing oppressed. It‘s the fact of being able to walk, talk, dress or express yourself according to your own will without beeing infl uenced. It‘s this space of yours, where you feel safe. But in all this, I think that we have to know that our freedom stops where the others starts. It‘s called respect.


Lorenz, 14 Jahre
Schüler aus Frankfurt

Wenn ich irgendwo in der Karibik auf einer Insel liege, da ist für mich Freiheit. Freiheit hängt irgendwie immer mit reich sein zusammen. Wenn man nicht reich ist, kann man zwar auch frei sein, aber nicht so lange man will, weil man noch verpfl ichtet ist.


Mita Müller, 47 Jahre
Verlagsangestellte besucht seit November 2012 die offene Bildhauerwerkstatt von Joachim Kreutz.

Beim Bildhauern, wenn ich an einem Stein arbeite, habe ich am Anfang ein Thema, aber keine konkrete Formvorstellung. Mit dem Thema im Bewusstsein spüre ich ab, wo ich etwas wegnehmen will. Ich schaue den Stein an. Aber irgendwie ist noch mehr von mir beteiligt als nur meine Augen. Ich taste und horche innerlich auf das, was mir entgegen kommt – vom Stein, und auch vom Thema. Dann weiß ich: An dieser Stelle will ich jetzt arbeiten. Auch beim Arbeiten selbst taste und horche ich innerlich. Es entsteht eine Verbindung zwischen mir, dem Stein und dem Thema. Ich begegne dem Stein, dem Thema und mir selbst. Und durch diese Begegnung entsteht etwas, was ich als einen unsichtbaren unendlichen Raum beschreiben würde. Ich empfi nde diesen Raum als einen Freiraum, in dem der Stein, das Thema und ich uns treffen. Solche Freiräume kenne ich auch bei der Begegnung mit Menschen. Natürlich nicht bei jeder Begegnung, aber manchmal entstehen sie. Mit wenigen Worten würde ich diese Art Begegnung so beschreiben:

dieses Du in mir
das entstehen lässt einen Raum
den wir nie betreten
in dem wir doch leben
blind ihn ertastend
vertrauensvoll wie Kinder
beim ersten Schritt in die Welt


Stephan Karut, 52 Jahre
Postzusteller und Hobbymusiker

Eigentlich das zu denken, was ich will, und auszusprechen, was ich meine. Aber das ist ein Ideal, das in der Wirklichkeit nie so funktioniert. Eigentlich sind wir doch alle unfrei. Ich kann nicht sagen, was ich denke. Besonders bei der Arbeit. Da gibt es ja das Mitspracherecht, aber ich getraue mich dennoch nicht auszusprechen, was unbequem ist. Das hätte negative Konsequenzen und davor fürchte ich mich. Ich möchte ja nicht meinen Job verlieren, der gibt mir fi nanzielle Sicherheit, die mir wiederum Freiraum für anderes ermöglicht, zum Beispiel mein Hobby Musik. In unserer Ellenbogengesellschaft kann man nicht wirklich frei sein, auch, wenn es einem so verkauft wird. Das kommt mir vor wie Schmierentheater. Ich wünsche mir ein ehrliches Miteinander, auf Augenhöhe – dann könnte ich mich frei fühlen.


Claudia Scheit, 47 Jahre
Kaufmänn. Angestellte, Assistenz der GF

Freiheit ist eine Wechselbeziehung. Man kann nur frei sein, wenn es einen festen Anker im Leben gibt, der einem Halt gibt. Wir brauchen Wurzeln und Flügel um frei zu sein. Die Freiheit zu reisen ist nur spannend und schön, wenn man ein zu Hause hat zum Heimkehren. Die Freiheit zu reden und zu sagen was man denkt ist nur sinnvoll mit kritischen Zuhörern.
Freiheit ist für mich Grenzen aufgezeigt zu bekommen die ich überwinden kann.


Steven Kunselman, 43 Jahre
Golflehrer in Weilrod, U.S. Amerikaner

Freiheit bedeutet für mich fähig zu sein, aus Freude und Kreativität heraus handeln zu können, statt aus Angst und Befangenheit. Wenn man im Sport eine komplexe Bewegung mit Präzision und sportlicher Dynamik durchführen will, ist es nötig, zu einem gewissen Grad bedenkenlos und intuitiv agieren zu können. Wenn man jedoch mit perfektionistischen Gedanken vorbelastet ist, dann wird die Bewegung nicht frei sein, und die Leistung lässt dementsprechend nach. Auch in anderen Lebensbereichen ist eine innerliche Haltung von Freiheit meistens zielführender als eine ängstliche Haltung.


Noël, 21 Jahre
Student

In diesen Zeiten fühlt man sich immer dann unfrei, wenn man sieht an welcher Stelle unsere Gemeinschaft durch Hass, Rassismus und Intoleranz unterwandert wrid und immer dann frei, wenn man sieht, wie viele noch immer dafür einstehen ganau diese Gemeinschaft zu erhalten.